Samstag, 07. Mai, der Deutsche Meister Borussia Dortmund weilt im Weser Stadion. Für Werder geht es um den Klassenerhalt. Das Spiel auf dem Platz ist aber nicht sehr ansehnlich, der eine will nicht und der andere kann nicht. Es ist Halbzeit und Werder führt 1:0. Alle im Weser-Stadion, sind bester Laune. Werder kann den Klassenerhalt schaffen und die Dortmunder Fans feiern ihren Deutschen Meister.
Aber für uns ist das alles sowieso Nebensache.
Der Stadionsprecher betritt den Platz. Unsere Jungs stehen am Spielfeldrand. “Der Traditionsclub VfB Oldenburg” wird als Sieger des EWE Cups angekündigt. Trainer und Spieler betreten unter lautem Jubel den Platz und bekommen den Siegerpokal und einen Gutschein über ein Trainingslager auf Borkum überreicht. Danach geht es zur Ehrenrunde vor 40.000 Zuschauern. Ein Erlebnis das wohl so schnell kein Spieler, Trainer oder Elternteil vergisst. Wer kann schon sagen, dass er mal im Weserstadion gespielt hat, die Umkleidekabine neben dem Deutschen Meister bezogen hat, im Spielertunnel auf die Bundesliga-Spieler getroffen ist und zu guter letzt sich im ausverkauften Stadion hat feiern lassen dürfen.
Aber wie kam es überhaupt dazu?
Der Tag begann bereits um 9:30 Uhr auf den Nebenplätzen des Weser-Stadions. Wobei das eigentliche Turnier schon im letzten Jahr begann. Aus über 200 Bewerbungen waren 60 Mannschaften ausgelost worden. Diese hatten in fünf Qualifikationsturnieren die 16 Finalisten für dieses Endturnier ausgespielt. Aus Oldenburg und der näheren Umgebung nahmen u.a. der VfL Oldenburg, Krusenbuscher SV, TV Metjendorf und der VfL Bad Zwischenahn am EWE Cup teil. Beim Endturnier mussten wir leider als einzige Mannschaft die Oldenburger Farben präsentieren.
Alle Mannschaften wurden einzeln aufgerufen und durften durch ein Spalier der Bright Delights, den Cheerleadern der EWE Baskets, einlaufen. Nach der offiziellen Vorstellung ging es um 10:00 mit den Spielen der Vorrunde los.
In der Vorrunde starte die U11 erst zögerlich. Einem Müden 3:1 Sieg gegen die SG Aschendorf-Herbrum folgte ein 0:0 gegen den FC Mulsum/Kutenholz. In diesen beiden ersten Spielen konnte man schon die Taktik vieler Mannschaften am heutigen Tag gut erkennen. Möglichst hinten dicht halten, die 0 muss stehen, und mit langen Bällen über Konter zum Erfolg zu kommen. Das kann ja in 10 Minuten Spielzeit auch mal zum Erfolg führen und für uns ins Auge gehen. Im dritten Spiel, vielleicht war ja auch das Torverhältnis entscheident, musste dann die FJSG Bederkesa mit 4:0 dran glauben.
Das reichte dann mit 7 Punkten und 7:1 Toren zum Gruppensieg, vor dem FC Mulsum/Kutenholz mit 4 Punkten und 4:2 Toren.
U11 – SG Aschendorf-Herbrum 3:1
U11 – FC Mulsum/Kutenholz 0:0
U11 – FJSG Bederkesa 4:0
Im Viertelfinale trafen wir auf den VfL Markhausen. Marhausen konnte sich als Zweiter, hinter dem VfB Uplengen, aber vor Drochtersen/Assel und dem FC Hansa Schwanewede für die Runde der besten Acht qualifizieren. Dabei war die Mannschaft wieder ein gutes Beispiel für die vor beschriebene Taktik, denn Markhausen konnte sich mit 3 Spielen, die jeweils 0:0 endeten, durchsetzen.
Die U11 kannte den VfL Markhausen schon aus der Endrunde des Wintercups. In der Halle konnten wir die Mannschaft klar mit 9:0 bezwingen. Und auch draußen fing das Spiel wie erwartet an. Es war ein Spiel auf ein Tor. Bloß das im Gegensatz zur Halle, jetzt ein Mann mehr vor dem Tor stand und auch das Seiten- oder Toraus retten konnte. In der Halle gab es ja die Bande. Wenn man der U11 in diesem Spiel etwas vorwerfen konnte, war das die schlechte Chancenverwertung und der fehlende Wille unbedingt ein Tor erzielen zu wollen.
Trotzdem konnte die die Mannschaft überaus verdient mit 1:0 in Führung gehen. Aber dann geschah ungefähr drei Minuten vor Schluss etwas, dass das gesamte Spiel auf den Kopf stellen sollte. Der Linienrichter zeigte, ca. 15 Meter vor unserem Tor, ein Foul für uns an. Und auch der Schiedsrichter erzeugte den Anschein, dass es mit Freistoß für die U11 weiter gehen sollte. Aber leider nur den Anschein. Unser Torwart der den Ball bis dahin sicher und unbedrängt hatte, spielte den Ball zur vermeintlichen Freistoßstelle. Dort nahm ein Spieler aus Markhausen den Ball an und drosch ihn in die Maschen. Es stand 1:1.
Die Aufregung darüber war noch nicht ganz vergangen. Da nutzte ein Markhausener unsere Unordnung aus, setzte sich in einer Einzelleistung über links durch und schoß den Ball aus dem Halbfeld ins Tor. Es stand 1:2. Das Spiel war auf den Kopf gestellt und es waren nur noch 2 Minuten.
Die U11 drückte auf den Ausgleich. Es war das gleiche Bild wie vorher. Markhausen zog sich zurück und verteidigte mit Mann und Maus. Kurz vor Schluss konnten wir dann den mehr als verdienten Ausgleich erzielen.
Aber jetzt ging es ins Neunmeter-Schiessen. Sollte hier schon der Traum vom Finale im Stadion enden? Der Torwart von Markhausen hatte im Spiel gut gehalten.
Aber die U11 konnte auf vom Punkt überzeugen und als ein Schütze aus Markhausen verschoss, stand der Einzug ins Halbfinale fest.
Wobei es die Jungs bei diesem Spiel, für die Meinung vieler Eltern und Trainer, ein wenig zu spannend gemacht haben.
U11 – VfL Markhausen 2:2
Das Halbfinale stand an. Sollten die U11 das Spiel gewinnen, zog Sie in das Finale im Weserstadion ein.
Aber der Gegner wollte das auch. Denn auch der Grün Weiß Mühlen hatte dieses als Ziel ausgegeben. Mühlen hatte sich in seiner Gruppe als Erster durchsetzen und im Viertelfinale den TSV Altenwalde mit 1:0 besiegen können.
Aber wir ließen Mühlen wortwörtlich keine Chance. In einem starken Spiel der U11 standen die Jungs immer gut und sicher. Nur vor dem Tor der Grün Weißen wurde es immer etwas eng. Als endlich das Tor für uns gefallen war, wussten wir, dass wir eigentlich schon das Finale erreicht haben. Mühlen kam nicht gefährlich vor unser Tor und die U11 war dem zweiten Tor näher als Mühlen dem Ausgleich. Aber es blieb beim 1:0 und die U11 zog verdient in das Finale im Weserstadion ein.
U11 – GW Mühlen 1:0
Im zweiten Halbfinale ging es spannender zu. Nach regulärer Spielzeit stand es 0:0 zwischen dem TuS Obenstrohe und dem FC Mulsum/Kutenholz. Auch die ersten 3 Schützen vom Punkt konnte keinen Entscheidung bringen. Aber nach unzähligen Schützen, es sah beinahe so aus, als ob alle Spieler geschossen haben, stellte sich der FC Mulsum/Kutenholz als glücklicherer Sieger heraus.
Es war jetzt noch etwas über eine Stunde bis zum Finale. Für die Spieler und Trainer ging es gleich in Stadion. In den Kabinen warteten für jeden, zum zweiten mal an diesem Tag, reichhaltige Lunchpakete.
Wir Eltern brachten erst mal alle Sachen zu den Autos, bevor es auch für uns ins Stadion ging. Aber auch wir mussten nicht Hunger und Durst leiden, denn neben dem Eintritt gab es auch für jeden einen Gutschein für ein Getränk und etwas zum Essen.
Um 14:00 Uhr war es dann soweit. Das Stadion füllte sich gerade langsam und die beiden Mannschaften wurden aufgerufen. Werder-TV war vor Ort und filmte das ganze Geschehen, dass man auch live auf den Videowänden mitverfolgen konnte. Jeder Spieler und Betreuer wurde einzeln namentlich benannt und gefilmt. Das war schon großes Kino für uns alle.
Das Finale wurde in zwei Halbzeiten á 10 Minuten gespielt. Das Spielfeld war auch ein wenig größer, was uns zugute kam. Von Beginn an ließ die U11 keinen Zweifel daran aufkommen wer das Turnier gewinnen wollte und sollte. Die U11 spielte gut und konnte mit 1:0 in Führung gehen. Leider scheiterten wir zu oft am Torhüter oder das Tor war einfach zu klein.
Nach einer sehr unglücklichen Szene, der Ball wurde unter Bedrängnis quer vor das eigene Tor zu unserem Torwart gespielt, der leider diesen direkt vor die Füße eine Mulsum/Kutenholzers schoss, mussten wir den Ausgleich hinnehmen. Dabei blieb es auch bis zur Halbzeit.
In der zweiten Hälfte konnte die U11 früh nach einer Ecke per Kopf auf 2:1 erhöhen. Mulsum/Kutenholz kam in dieser Halbzeit überhaupt nicht mehr vor unser Tor. Aber die U11 verpasste mit mehreren hochkarätigen Torchancen das Sack zuzumachen. Immer wieder scheiterten wir am guten Torhüter des FC. Im Laufe des Spiels wurde er mehrfach, vom moderierenden Stadionsprecher zum besten Spieler des Finales gemacht. Und das nicht ganz zu unrecht.
Aber der Mulsum/Kutenholz fand in den letzten Minuten praktisch nicht mehr statt. So dass uns auch das 2:1 zum Sieg ausreichte.
U11 – FC Mulsum/Kutenholz 2:1
Nach dem Schlusspfiff war der Jubel auf dem Platz und natürlich auf der Tribüne riesig groß. Die U11 hatte, nach dem EWE Wintercup in der EWE-Arena auch den EWE Cup gewonnen. Dazu kam der Torschützenkönig und beste Spieler des Turniers aus unseren Reihen.
Tja, und wie schreib man so schön, der Rest ist Geschichte. (Oder steht natürlich am Anfang des Berichtes)
Die U11 möcht sich zum Schluss ganz herzlich bei der EWE für die tollen Turniere, bei Burdenski Events für die super Organisation und nicht zuletzt auch bei der Öffentlichen Versicherung, dem Sponsor des JLZ, bedanken.


































